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the eggs always stay.

Ich kannte mal jemanden, der die Devise hatte, dass es in jeder Beziehung (beruflich oder privat) einen Schinken und ein Ei gibt. Der Schinken soll in der Beziehung derjenige sein, der immer gibt. Also der, der sein emotionales Fett abgibt und es großzügigst teilt. Und dann gibt es noch das Ei, sozusagen den „Mitlieger in der Pfanne“, den „Brutzel-Beteiligten“, der einfach so rumhängt und vom fetten, gebenden Schinken profitiert.

Das löst wieder mal einiges in meinem kleinen, hübschen Kopf aus: Erst mal, wer ist wer? Ist das dann für immer so oder wechselt das, also bin ich mal der Schinken und ein anderes Mal das Ei? Ist es eine Art postmodernes Rollenspiel oder mehr Impro-Theater? Entscheide ich mich einmalig fix und für alle Zeiten für das „Team Schinken“ oder eben „Team Ei“? Wo und vor allem wann registriere ich mich für die eine oder andere sehr spezielle Richtung? Macht man sich das gar vorher aus und spricht das instantly an? „Hey Du, ich sag’s Dir gleich direkt, ich bin ja eher so das Ei in der Beziehung!“ Und der andere dann: „Och nee, schade, ich suche für meine neue Lebensphase ja eher ’nen Schinken.“ Wäre das hilfreich?

Oder wie lauten dann passende Stelleninserate? „Zur Verstärkung unseres Pfannenteams suchen wir ein belastbares Ei mit Hands-on-Mentalität. Sie bringen sich bei Bedarf mit Eigelb ein, behalten auch bei steigenden Temperaturen Ihre Form.“ Ich könnte mir auch folgendes Inserat vorstellen: „Für unsere gemeinsame Pfannen-Mission suchen wir ein engagiertes Bio-Freiland-Ei (all genders), das Lust hat, in einem Team von erfahrenen Qualitätsschinken neue Frühstückswelten zu gestalten. Was dich bei uns erwartet? Eine wertschätzende Pfannenkultur, flexible Liegezeiten, Fettreserven nach Bedarf und ein sicherer Platz an der Seite eines Schinkens, der Geben nicht nur als Buzzword versteht. Klingt nach deinem nächsten Karriereschritt?“ Na ja, lasse ich mal alles fürs Erste so stehen.

Aber mal Butter auf die Fische oder Schinken aufs Ei. Mir ist, glaube ich, klar, wofür das Ei den Schinken braucht, aber umgekehrt? Was ist denn da los? Nun ja, wenn das Ei dann mal sein Innerstes gibt, das Eigelb, schmeckt der Schinken richtig fein, oder? Und ist es vielleicht die „Schuld“ des Schinkens, dass er ungefragt einfach gibt und gibt und gibt? Das Ei hat ja schließlich nie danach gefragt, oder? Und nächste Frage: Gehören Schinken und Ei zusammen? Ist das gar so ein Yin-und-Yang-Ding oder ist das eher so eine Art Arbeitskooperation, bei der man sich einfach nicht aussuchen kann, wer einem täglich auf den Dotter oder Speck geht?

Vielleicht hatte auch einfach der Schinken oder das Ei sprichwörtlich die Pfanne voll nach all der Zeit, da das Beziehungsmodell schlichtweg nicht mehr zeitgemäß war. Der Schinken machte also eine Umschulung zum Räuchertofu, das Ei ließ sich zum Kichererbsenomelett weiterbilden, und schon trafen sie sich ein paar Monate später wieder in derselben Pfanne. Nur eben pflanzlich, nachhaltig und mit einem völlig neuen Rollenverständnis – man entwickelt sich ja schließlich weiter und ist offen für innovative Kollaborationsmodelle. Ob das Verhältnis dadurch ausgeglichener wird, bleibt allerdings offen. Denn auch ein Räuchertofu kann sich aufopfern, während das Kichererbsenomelett einfach danebenliegt und behauptet, gerade an seiner Work-Life-Balance zu arbeiten.

Was damals wie heute definitiv im Hals stecken bleibt, ist das schwer verdauliche Menü des Tages: Braucht es immer einen, der mehr gibt, und einen, der mehr nimmt? Vielleicht. Auffällig ist nur: Die Eier bleiben meistens in der Pfanne. Die Schinken auch. Aber nur, bis sie richtig durch sind mit dem Ei und noch länger mit der Pfanne.