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the holy grail.

Ich denke seit jeher, dass unser Leben super ähnlich wie das Gesellschaftsspiel Monopoly aufgebaut ist. Ja, nicht gleich lachen. Ich erkläre kurz meine treffende Sichtweise: Also erstens ist es dieses unaufhörliche Gehen über LOS. In der einen oder anderen Form geht es immer darum, wieder ne anzufangen. Sei es in einer neuen Schule, später in einem neuen Job, in neuen Rollen oder auch privat natürlich in neuen Beziehungen. Das gehört zur Entwicklung dazu. Keine Lern- oder Entwicklungskurve ist ausschließlich linear aufgebaut, bei niemandem, zumindest habe ich noch niemanden kennengelernt, bis dato wie gesagt.

Zum anderen – und das ist wirklich Marketing @itsbest. Monopoly setzt sich, soweit ich weiß, zusammen aus zwei Wörtern: mono = allein, einzig & polein = verkaufen. Und das ist ja auch so ne Sache, die wir seit jeher mitbekommen. Also es immer nur noch diese eine Sache. Diese eine Sache, die nötig ist, die wir tun, kaufen, sagen, machen oder unterlassen sollen, bevor sich das Türchen öffnet, hinter dem wir das ganz große Glück vermuten. Egal ob es Erfolg, Anerkennung, Geld, Ruhm oder Reichtum ist oder whatever wir uns erträumen. Immer nur genau noch diese 1 Sache die nötig ist.

Also gehen wir weiter, gehen zigmal über LOS, damit sich unser most fav Tor öffnet. Gott sei Dank zählen die meisten von uns weder die Runden mit noch die Energie oder das investierte Geld, bevor wir „erhört“ werden. Aber persönlich denke ich, selbst dann ist die Karotte zu lecker vor der Nase und würde uns dennoch weiter antreiben. Und, fair enough, einige von uns lieben diesen Antrieb, das Getriebensein, den nächsten Kick, die nächste Challenge.

Man darf natürlich nicht vergessen, all die tollen Geschichten (wahr oder nicht) mit ins Gedankenboot zu holen. Da wäre die tägliche Werbeberauschung, die uns selbstverständlich immer valide (hinter 300 Filtern) zeigt, ganz egal, was es ist, aber es geht besser, schneller, schöner, fitter. Oder um es mit modernen Marktmodewörtern zu garnieren: effizienter, smarter, agiler, maßgeschneidert, dynamischer. Die Liste ist lang. Oder auch die druckfähige Variante in Büchern und Magazinen von heute super erfolgreichen Menschen, die in Erzählform berichten, dass sie, und diese Inhalte gleichen sich erstaunlich häufig: Sie haben an so viele Türen geklopft, gar gehämmert, ihre Ideen immer mit dabei und dann, genau dann, als sie nach gefühlten 3.000, Nein, danke haben wir schon. Wobei eher: „Sie werden es NIE schaffen“, genau dann und nur an diesem Punkt öffnete sich der Vorhang und hier war sie, ihre Chance.

Meine Mutter hat quasi mantraartig immer den Satz verwendet: „Aufgegeben werden Briefe, aber du gibst nicht auf!“ Nun ja, ich bin mir ganz sicher, es gäbe viele gut gemeinte Aussagen, die sich ein kleines Fünkchen mehr geeignet hätten, aber klar, wer weiß. Ich glaube, Thomas Edison wird ein Satz zugeschrieben, der bis heute durch die Motivationsliteratur wandert: Der sicherste Weg zum Erfolg sei, es noch ein einziges Mal zu versuchen. Und so versuchen wir, denn das, was sich in unseren Köpfen verankert, ist „noch dieses einzige Mal und DANN“.

Ich habe vergessen gedanklich zu erwähnen, dass es dazu, nun sagen wir noch so einen, „Zwillings-Trieb“ auf unseren Erfolgsbäumchen gibt. Keine Ahnung, woher dieser kommt, aber jetzt ist er halt da. Achtung, los geht’s: Abseits von dem „trial and error“ Karussell müssen wir innerlich auch noch bereit sein. Und das bedeutet so viel wie: Meine Antennen müssen sauber sein, was so viel heißt wie: Ich muss mich schon gefunden haben, mich liebhaben und total angekommen, zufrieden und dankbar sein. Quasi also komplett in meiner Mitte, und ich muss bereit sein, mein Glück anzunehmen. Sonst funktioniert´s, klarerweise natürlich nicht.

So Leute, also mir erscheint das alles zusammen jetzt schon ein bisschen viel. Ich fasse zusammen (natürlich alles nur scherzhaft): Mein Äußeres wie Inneres muss also auf halb acht geschniegelt sein, die Sonne mir aus dem Po scheinen und auch, wenn es das 312. Mal ist, welches ich über LOS gehen darf (wofür ich dankbar bin), zwitschere ich fröhlich ein Liedchen. Jetzt mal ehrlich, kracht es irgendwo im Gebüsch? Ich bin weder Peter Pan, der sich mittels der Macht der Vorstellung ein Sieben-Gänge-Menü zaubern kann, noch Aschenputtel, das nach einem Tag voller Schikanen gut gelaunt die Linsen sortiert und abends frisch gebügelt zum Ball erscheint. Ich bin immer noch ich: Hauptberuflich Mensch, ungeduldig.

Wie kommen Menschen wie ich also zum „Heiligen Gral“, der Erleuchtung, oder zum Goldtopf und ich meine: ohne den Scheiß mit 700-mal über LOS gehen oder „Dauertürgeklopfe“ und dem Bitten um Gehör?

Jetzt kommt´s: Ich habe darauf noch (Betonung auf NOCH) keine unfassbar erleuchtete Antwort. Meine Antennen waren beim Empfang vermutlich gerade (wieder mal) nicht sauber genug. Bis dahin gehe ich weiter über LOS, klopfe an ausgewählte Türen und behalte mir ausdrücklich vor, zwischendurch grantig zu sein.

Und sollte mir tatsächlich eines Tages der Heilige Gral begegnen, hoffe ich sehr, dass er nicht von mir verlangt, mich zuerst selbst zu finden, dreimal dankbar im Kreis zu drehen und noch eine letzte Challenge zu absolvieren. Denn eines weiß ich ganz deutlich: DER Schuh passt nicht mehr Cinderella.

Ich bin hauptberuflich Mensch. Wenn der Gral etwas von mir will, kann er diesmal klopfen. Hoffentlich natürlich an der richtigen Tür und hoffentlich hab ich dann nicht gerade Schlabberlook-Tag.